Donnerstag, 24. März 2011

60 Jahre Sonderwagenbau und automobiles Reisen

ampnet – 24. März 2011. Mit vier Bullis blickt Volkswagen auf der Techno Classica in Essen (30.3.-3.4.2011) in Halle 7 auf 60 Jahre Campingbus zurück. Den Beginn markierte 1951 die Campingbox im VW Bus. Nicht weniger alt ist der Sonderwagenbau bei Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN), an den eben falls in Essen erinnert wird. Egal ob Feuerwehr, Polizei oder Krankenwagen, schon früh entstehen im hauseigenen Servicecenter diverse Spezialfahrzeuge. Eines davon ist der unrestaurierte und in einer Scheune gefundene „Sanka“ aus dem Jahre 1956.


Aus der Betriebsanleitung 1961: „Im VW-Campingwagen ist all das verwirklicht, was Sie sich schon immer gewünscht haben, wenn Sie vom unabhängigen, ungebundenen Reisen träumten.“
Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen

Deutschland stand Anfang der 1950er Jahre erst am Beginn der Massenmotorisierung. Seinerzeit kam auf 100 Bundesbürger nur ein Auto. So war es dann auch ein britischer Offizier, der bei Westfalia eine Wohneinrichtung für seinen Volkswagen Transporter orderte - die Campingbox. 1957 nahm Volkswagen den „VW-Campingwagen“, wie er nun hieß, ins eigene Programm auf. Den Ausbau gab es weiterhin von Westfalia. Zwei Jahre später wurde der 1000ste Campingwagen fertiggestellt.

VW-Campingbus T2. Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen

Im Sommer 1967 präsentierte Volkswagen die neue Generation des Transporters. Vor allem die Amerikaner begeisterten sich für das kompakte Freizeitfahrzeug. 1969 verließ der 50 000ste Campingbus das Band, zwei Jahre später bereits das 100 000ste Exemplar. Ab 1976 gab es den „Berlin“, der bereits den Grundriss des heutigen California vorwegnahm.

VW T3 Joker.
Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
Auch bei der dritten Modellgeneration blieb Westfalia Ausbauer Nummer eins. Das herausragende VW-Campingfahrzeug der 1980er Jahre ist der Joker – doch er war teuer. Mit einem dicken Rotstift und einer deutlich größeren Serienproduktion in Aussicht wurde daher die Ausstattung 1988 von Volkswagen abgespeckt. Das brachte einen Einstiegspreis von damals 39 900 Mark und einen neuen Namen: California.

Im Sommer 1990 präsentierte Volkswagen dann den T4 und nahm Abschied vom Heckmotor. Zwei Jahre nach dem Start kamen der California Coach (kurzer Radstand) und die langen Varianten California Tour und California Club mit unterschiedlichen Grundrissen auf den Markt. 1994 folgte ein drittes, halbhohes Dach. Gleichzeitig startete der California Exclusive.
VW California Comfortline mit elektrohydraulisch ausfahrbarem Aluminium-Aufstelldach.
Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen

Mit Einführung des T5 im Jahr 2002 beschränkte sich der California auf die meistgebaute Variante mit Aufstelldach, die Produktion übernahm VW nun im Werk Hannover selbst. Eine Version mit Hochdach kam 2005 ins Programm. Das aus Alu-Sandwich-Platten gebaute Mobiliar der neuen Generation wirkte mit geschwungenen Formen hochmodern und löste sich von den bis dahin bekannten „Schreinerlösungen“.

Noch eklatanter ist die Entwicklung der Krankentransportfahrzeuge. So wirken die ersten Fahrzeuge zur medizinischen Erstversorgung nicht weniger rustikal wie seinerzeit die Campingbox. Einen kleinen Einblick gibt der unrestaurierte „Sanka“ aus dem Jahre 1956, der seiner Innereien zwar beraubt ist, aber dennoch gut zeigt, mit welch vergleichbar einfachen Mitteln gut zehn Jahre nach dem zweiten Weltkrieg Leben gerettet wurde. (ampnet/jri)

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Text: Auto-Medienportal, ampnet/jri
Fotos: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen